Die Vorboten der Revolution

An der bundesdeutschen Botschaft in Prag versammelten sich ab August 1989 zahlreiche DDR-Bürger. Im September befanden sich nahezu 4.000 Ausreisewillige auf dem Botschaftsgelände. Nach Verhandlungen der Außenminister wurde vereinbart, dass die Ausreise der DDR-Flüchtlinge mit Sonderzügen erfolgen solle. Die Züge wurden von Prag über das Gebiet der DDR nach Hof weitergeleitet. Die Strecke führte auch über den Bahnhof in Plauen. Zwar wurde das Gebiet an den Gleisen großräumig abgesperrt. Allerdings gelang es zwei Flüchtlingen, im Bahnhof Plauen auf einen der Züge aufzuspringen. In Folge dieser Ereignisse wurde am 5. Oktober 2019 in der Plauener Markuskirche eine Friedensandacht abgehalten. Einen ersten Höhepunkt der friedlichen Revolution erlebte Plauen am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR.

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Plauen als Vorreiter

Anfang Oktober 1989 sorgten sowohl die Verteilung von Handzetteln als auch eine rasante Mund-zu-Mund-Propaganda dafür, dass sich am 7. Oktober 1989 tausende Menschen in der Plauener Innenstadt versammelten. Polizei und Staatssicherheit hatten die Lage völlig unterschätzt und versuchten mit Wasserwerfern die Demonstration auf dem Theaterplatz aufzulösen. Nach etwa einer Stunde formierten sich die rund 15.000 Menschen zu einem Demonstrationszug. Dieser zog durch die Bahnhofstraße zum Rathaus. Am Abend löste sich die friedliche Demonstration, die auf Transparenten lediglich Forderungen wie Reisefreiheit, Pressefreiheit oder Reformen stellte, unter dem Ruf „Wir kommen wieder! auf.

Das 30-jährige Jubiläum

Nach dieser ersten Großdemonstration in der DDR versammelten sich die Plauener an jedem der darauffolgenden Samstage erneut. Bis zum März 1990, als die ersten freien Wahlen durchgeführt wurden, fanden regelmäßig Samstags-Demos statt. Der 7. Oktober jedoch wurde zu einem kommunalen Gedenktag ernannt. Anlässlich des „Tages der Demokratie“ wurde 2010 das so genannte Wende-Denkmal eingeweiht. Es befindet sich gegenüber vom Rathaus und wurde ausschließlich durch Spendengelder finanziert. Im Jahre 2019, wenn sich die Ereignisse zum 30. Mal jähren, richten zahlreiche Einrichtungen wie Kirchen, Museen und Vereine in Plauen und Umgebung Veranstaltungen aus. So gibt es Vorträge, Ausstellungen, Stadtführungen und Projekte. Auch die Deutsch-deutschen Filmtage widmen sich mit ihrem Motto „Von der Teilung zur Einheit“ ganz dem Thema der friedlichen Revolution in Plauen.