Die Lage der Stadt Plauen

Plauen ist eine Stadt an der mittleren Elster, die geographisch im Vogtland des heutigen Sachsens und nahe der Grenze zu Thüringen liegt. Das Vogtland erhielt seinen Namen durch die Vögte, welche während der Zeit der staufischen Reichsgutpolitik um 1200 im Gebiet des heutigen Vogtlandes stationiert waren. Noch heute ist der prägende Einfluss der Vögte in der Bezeichnung Vogtland von Bedeutung.

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Ernennung zur Stadt

Plauen wurde 1122 erstmals erwähnt und erhielt, so vermuten es Historiker, im Jahr 1224 das Stadtrecht. Plauen wuchs relativ schnell zu einer großen Stadt heran, die in einem Durchgangsland zu einem zentralen Standpunkt für Wirtschaft und Politik wurde. So wurden der Stadt Plauen im Jahr 1430 wichtige Privilegien zugesprochen. Diese waren unter anderem das Münzrecht, das Erbrecht und die eigene Gerichtsbarkeit.

Plauen als wichtiger wirtschaftlicher Knotenpunkt

Die günstige Lage Plauens bewirkte, dass sich in der näheren Umgebung wichtige Handelswege kreuzten. Diese sorgten dafür, dass das Handwerk sowie das handelnde Gewerbe florierten und Plauen sich in einer wirtschaftlich gut bestellten Lage befand. Besonders das Textilgewerbe florierte in Plauen: Nach dem Siebenjährigen Krieg wurden die Plauener Baumwollhändler zu einem wichtigen Handelspartner und erlebten eine vom Reichtum gesegnete Zeit.

Zerstörungen der Stadt

Während Zeiten des Krieges wurde diese vorteilhafte Lage der Stadt jedoch zum Nachteil: Handelswege wurden als Heerstraßen genutzt und die Stadt fiel Plünderern und Brandstiftern immer wieder zum Opfer.

So zerstörten bereits im Jahr 1430 die Hussiten auf einem Vergeltungszug sowohl die Stadt als auch die Burg. Auch später im Dreißigjährigen Krieg des 17. Jahrhunderts wurde Plauen von kaiserlichen und schwedischen Truppen geplündert und zerstört.
Die vorerst letzten Angriffe auf Plauen erlebte die Stadt im Zweiten Weltkrieg, als angloamerikanische Bombenangriffe in den Jahren 1944 und 1945 fast ein Dreiviertel der kompletten Stadt in Asche legten.

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Plauen als Vorreiter

Schon im frühen 16. Jahrhundert zeichnete sich Plauen dadurch aus, dass es wichtige Veränderungen vor allen anderen ausführte. So fassten beispielsweise die Reformgedanken von Martin Luther in Plauen Fuß, lange bevor er seine These der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte. Auch in Bezug auf die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1989 galt Plauen als Vorreiter, denn hier begannen die ersten friedlichen Großdemonstrationen – noch vor den berühmten Montagsdemonstrationen in Leipzig. Bereits auf diesen Demonstrationen wurde der Wunsch nach einer Vereinigung beider Länder geäußert.